4 Schritte um erfolgreich emphatischer zu werden! Was bedeutet einfühlsam sein?

Da du nach diesem Artikel gesucht hast, gehe ich davon aus, dass du weisst, dass es einen besseren Weg gibt um zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und zu einem guten Konsens in einer Gruppe zu finden!

Was bedeutet es einfühlsam zu sein?

Nachdem du diesen kurzen Artikel gelesen hast, wirst du nicht nur entdeckt haben, dass du sehr wahrscheinlich einfühlsamer bist als du dich selber einschätzen würdest, sondern auch wie du diese wichtige Fähigkeit mit einfachen Übungen noch weiter verfeinern kannst!

Stell dir vor du sitzt im Meeting-Raum deines Arbeitsorts und hörst dir gerade eine Moralpredigt deines Vorgesetzten über die Arbeitsleistung an. Dabei ist dir schon längst klar, dass es überhaupt nicht um die Arbeitsleistung geht, denn du siehst hinter diese oberste Schicht und erkennst ein komplett anderer Grund für diesen Tadel, als die Leistung. Und sowieso würde diese Art von Kommunikation ihr Ziel nie erreichen, denn dabei fühlt sich ja niemand verstanden oder respektiert.

Da du nach diesem Artikel gesucht hast, gehe ich davon aus, dass du weisst, dass es einen besseren Weg gibt um zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und zu einem guten Konsens in einer Gruppe zu finden!

Was bedeutet es also einfühlsam zu sein?

Einfühlsam zu sein bedeutet, dass du dich gut in andere hineinversetzen und die Situation, in der sie sich befinden nachfühlen kannst. Dadurch verstehst du auch wieso sich dein Gegenüber so verhaltet, wie er oder sie dies tut. Und es ist dir möglich, entsprechend auf die Person einzugehen, so dass sie sich erkannt und verstanden fühlt.

Gerade in Beziehungen und auch in der Arbeitswelt ist ein gutes Einfühlungsvermögen eine unglaublich hilfreiche Gabe! Konflikte können frühzeitig erkannt und in der Tiefe verstanden werden, wenn du dich nicht scheust diese anzusprechen und du ein Gegenüber hast, dass sich darauf einlässt.

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Würdest du dich selbst als einfühlsamer Mensch einschätzen?

Folgende Merkmale deuten auf eine gutes Einfühlungsvermögen hin.
Wieviele treffen auf dich zu?

Gutes Zuhören – Du fühlst dich wohl beim Zuhören und kannst schnell greifen, worum es deinem Gegenüber geht. Du kannst durch das Zuhören verstehen in welcher Situation sich dein Gegenüber befindet und kannst dich in diese Position hineinversetzen.

Stimmung der anderen erkennen – Auch ohne dass deine Mitmenschen etwas sagen, nimmst du wahr, in welcher Stimmung diese sich befinden. Du kannst auch Diskrepanzen wahrnehmen, zwischen dem was gesagt wird, und dem was tatsächlich gefühlt oder erlebt wird. Zum Beispiel: Wenn jemand dir sagt es gehe ihm gut, dies aber nicht wirklich stimmt, nimmst du sofort auch diese nicht ausgesprochene Information wahr.

Freundlichkeit – Du weisst wie unangenehm es ist von jemandem unfreundlich behandelt zu werden und überträgst diese Erfahrung auf andere. Du willst nicht, dass andere durch dich in eine gleiche Position kommen und bist deshalb zu allen immer freundlich – natürlich solange dies auch gesund für dich ist. Auch Konflikte sprichst du am liebsten in einem freundlichen und geduldigen Ton an. Anstatt andere deine Meinung um die Ohren zu hauen, bringst du lieber eine Wahrnehmung ein und lässt dein Gegenüber damit machen was er/sie will.

Wünsche und Bitten kommen an dich – Andere Leuten wenden sich gerne an dich. Etwa um Wünsche und Bitten zu äussern, aber auch um gehört, gesehen und verstanden zu werden. Vielleicht sagen sie dir sogar, dass sie sich in deiner Gegenwart entspannt und akzeptiert fühlen. Weil du ihre Situation schnell greifen und nachvollziehen kannst, erschaffst du für andere die Erfahrung, erkannt zu werden. In den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen erkannt und verstanden zu werden ist ein sehr grosser Wunsch von fast allen Menschen. Wenn Menschen mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen zu dir kommen, ist das ein starkes Indiz für deine Empathiefähigkeit. 
Achtung: Das kann auch belastend werden!

Suchen nach der idealen Lösung – Du versuchst immer die bestmögliche Lösung für jegliche Situation anzustreben und dabei möglichst alle mit einzubeziehen und in einen guten Kompromiss einzuschliessen. Dadurch findest du meist bessere Lösungen als andere, weil sich bei deinem Vorschlag die meisten Menschen angesprochen und beteiligt fühlen.

In die Welt von anderen hineinsehen zu können, bringt eine wunderbare Möglichkeit, seine eigene Welt zu erweitern und das gleiche Verständnis und die gleiche Akzeptanz, die man dem anderen entgegenbringt, auch sich selbst zu schenken. Empathie ist schlussendlich auch ein Weg zum Selbstverständnis und zu einer tieferen Selbstliebe und -akzeptanz. 


Die Fähigkeit des Einfühlungsvermögens kann auch trainiert und verfeinert werden!

Gerade wenn du an einem Circling-Workshop teilnimmst, wirst du entdecken, wie einfach du das eigene Einfühlungsvermögen stärken und gleichzeitig auch mit deinen eigenen Bedürfnissen und Impulsen verbunden bleiben kannst! -> zu den Circling Workshops

Diese 4 Schritte helfen dir dabei deine eigene Empathiefähigkeit zu stärken:

4 Schritte um einfühlsamer zu werden

1. Beobachten und Wahrnehmen des Gegenübers

Beobachte deine Mitmenschen auf allen Ebenen. Die Mimik und Gestik, sowie die Tonlage der Stimme, aber auch die Haltung und restliche Körpersprache enthalten ganz viele Informationen. Achte auch darauf, wohin deine Aufmerksamkeit natürlich fällt, wenn du mit deinem Gegenüber bist. Zum Beispiel kann bei einer Person ganz viel Ausdruck über die Hände geschehen und deine Aufmerksamkeit geht immer wieder von alleine dahin, wenn du nicht versuchst einen bestimmten Fokus (zum Beispiel auf die Augen) zu halten. Nimm diese Information, die von deinem Gegenüber kommt auf, ohne vorschnell zu einer Interpretation zu greifen.

2. Eine unvoreingenommen Neugier für die Welt deines Gegenübers

Wovon redet dein Gegenüber gerade? Wie fühlt er/sie sich wohl dabei? Was muss in dieser Person vorgehen, damit sie sich so verhält, wie sie dies tut? Was für ein Weltbild hat diese Person wohl?
All diese Fragen können dabei helfen, die Perspektive und das Erleben deines Gegenübers besser nachvollziehen und dich so besser in sie hineinversetzen zu können. Versuche dabei nicht aus deiner eigenen Erfahrung auf das Erleben der anderen Person zu schliessen, sondern dich mit einer fast schon kindlichen Neugier auf die Welt deines Gegenübers einzulassen. So kannst du auch immer wieder überrascht werden wie unterschiedlich wir doch mit ähnlichen Themen umgehen, bzw. diese interpretieren.
Das schafft nicht nur ein Gefühl von Verstanden-werden und tatsächlichem Interesse für dein Gegenüber sondern erweitert gleichzeitig auch deinen eigenen Horizont!

3. Wahrnehmen des eigenen Körpers

Was passiert in dir, wenn du im Kontakt mit dieser Person bist? Welche Gefühle nimmst du in deinem Körper wahr? Welche Empfindungen?
Der eigene Körper ist eine geniale Informationsquelle im Kontakt mit anderen Menschen!
Die durch die neuropsychologische Forschung ausreichend dokumentierten Spiegelneuronen können als biologische Basis für die Empathie angesehen werden. Natürlich spielt sich Empathie auf verschiedenen Ebene ab und ist einiges komplexer als das blosse Spiegeln des Verhaltens eines Gegenübers. Allerdings erlaubt uns diese Fähigkeit, sehr viel davon, was in einer anderen Person vorgeht, in unserem eigene Körper wahrzunehmen, wenn wir ausreichend mit den eigene Körperwahrnehmungen im Kontakt sind!

Die Schwierigkeit liegt dabei, die eigene Interpretation und das Erleben des Gegenübers nicht zu vermischen und sowohl unsere eigene Erlebenswelt als auch die Erlebenswelt des anderen gleichzeitig vorhanden sein zu lassen.

4. Die eigenen Vorstellungen in den Kontakt bringen/abfragen

Die Vorstellungen, die wir über ein Gegenüber haben, können in ihrer Genauigkeit überraschen! Wenn du dein Gegenüber wirklich wahrnimmst und beobachtest und auch deinen eigene Körper mit einbeziehst, entsteht oft eine klare Vorstellung über dein Gegenüber. Natürlich solltest du diese Vorstellung nicht einfach für bare Münze nehmen! Fast immer mischen sich ein eine solche Vorstellung unsere eigenen Interpretationen und Gefühle. Wenn du deine Vorstellung aber als eine Frage oder klar als deine persönliche Wahrnehmung in den Kontakt einbringst, wirst du und auch dein Gegenüber vielleicht überrascht sein, wie treffend diese Vorstellung ist!
Und sogar wenn deine Vorstellung nicht dem entspricht, was dein Gegenüber gerade erlebt, hilft dir das teilen deiner Wahrnehmung dein Einfühlungsvermögen zu trainieren. Denn du lernst immer besser zwischen den Dingen zu unterscheiden, die du in dir und deinem Gegenüber im Moment wahrnimmst und den Geschichten, die zusätzlich zu dieser Wahrnehmung dazukommen, welche aber nichts mit deinem Gegenüber zu tun haben.
Und frage einfach nach: ‚Fühlst du dich gerade traurig?‘ ‚Erlebst du X als positiv oder negativ?‘ ‚Wieso denkst du X?‘
Durch Fragen erhältst du sehr schnell die Möglichkeit, deine emphatische Wahrnehmung und deine Interpretationen zu unterscheiden!

 

Einfühlunsgvermögen und Achtsamkeit kann auch in Gruppen geübt werden: Achtsamkeitsübungen für Paare und Gruppen

Fazit - Einfühlsam sein

Vielleicht hast du gemerkt, dass du bereits emphatischer bist als du dich selber eingeschätzt hast. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, kannst du mit den einfachen Schritten deine Empathiefähigkeit und Einfühlungsvermögen trainieren und verfeinern! 
Davon profitieren nicht nur deine Beziehungen und deine Arbeitskollegen, sondern schlussendlich auch in grossem Ausmasse du selbst!
In die Welt von anderen hineinsehen zu können, bringt eine wunderbare Möglichkeit, seine eigene Welt zu erweitern und das gleiche Verständnis und die gleiche Akzeptanz, die man dem anderen entgegenbringt, auch sich selbst zu schenken. Empathie ist schlussendlich auch ein Weg zum Selbstverständnis und zu einer tieferen Selbstliebe und -akzeptanz. 
Sozusagen als Nebeneffekt, während du deine Beziehungen vertiefst, Konflikten eine saubere Lösung ermöglichst und deine Mitmenschen mit deiner Präsenz berührst! 😉

Samuel Schüpbach leitet als Circling Facilitator seit 2018 Kurse und Workshops in der Schweiz. Seine Ausbildung bei Circling Europe umfassen zwei SAS Leadership & Embodiement Trainings, sowie das SAS Pro - Advanced Training. Seine Leitung ist dynamisch mit einer tiefen Präsenz und Neugier für die subtilen Ebenen der zwischenmenschlichen Beziehung

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