Was ist Circling

Circling ist gemeinsames Erforschen: Wie ist es, gerade jetzt du zu sein? Wie fühlt sich die Verbindungen zwischen uns an? In einer Art gemeinsamer Meditation kann so zu zweit, zu dritt und auch in grossen Kreisen praktiziert werden. Dabei wird die Aufmerksamkeit zunächst gezielt auf das persönliche Innenleben gerichtet. Der eigene Körper im Hier und Jetzt dient als Ausgangs- und wiederkehrender Bezugspunkt für eine Reise in die Tiefen und Untiefen menschlicher Begegnungen. Eigene Verhaltensmuster werden ebenso deutlich bewusst, wie unsere Projektionen auf Andere.
Circling gibt dir, mit Hilfe der 5 Prinzipien, einen Schlüssel an die Hand, um die Essenz und das Potenzial aller deiner Beziehungen zu erforschen und zu erkennen.

Circling ist ein dynamischer Gruppenprozess, der teils Kunst, teils geschickte Moderation und teils Beziehungs-Yoga ist. Es ist eine einzigartige Methode, die auch eins-zu-eins durchgeführt werden kann. Obwohl es auf komplexe Ideen basiert, ist die Teilnahme einfach und macht Spass für die Menschen auf allen Ebenen der Erfahrung. Circling ist für Menschen, die mehr Erfüllung in Beziehungen und eine tiefere Erfahrung von Gemeinschaft erleben wollen.

Was erwartet mich an einem Circling-Event?

Jedes Circling beginnt im Kreis. Zum Ankommen wird eine Meditation angeleitet, bei der du eingeladen bist, dich selbst auf der Ebene des Körpers, der Gefühle und der Gedanken wahrzunehmen. Circling beginnt immer genau dort, wo du dich körperlich, emotional und gedanklich gerade befindest, somit muss kein bestimmter Zustand (z.B. Gedankenfreie Meditation) erreicht werden. Es geht rein darum, deiner momentan Erfahrung bewusst zu werden, ohne diese zu verändern.

An einer Einführung werden in der Folge kurze Partnerübungen angeleitet, bei denen du einem anderen Teilnehmer/in gegenüber sitzt. Diese Übungen beginnen und enden wiederum mit einer kurzen Meditation, um dir Gelegenheit zu geben, dich bewusst mit dir selbst zu verbinden und immer wieder von neuem zu deinem Körper zurückzukehren. Auf der Basis des Augenkontaktes mit deinem Gegenüber, bist du in diesen Übungen eingeladen, ganz bewusst wahrzunehmen, was die Begegnung mit der anderen Person in dir für Gedanken, Gefühle und Empfindungen auslöst.

Während anfangs die Begegnungen ohne Worte sind, wirst du im Verlauf angeleitet von deiner eigenen Welt zu berichten (‚Ich nehme wahr…‘) und Reaktionen auf dein Gegenüber zu benennen (‚Wenn du das sagst spüre ich bei mir…‘). Und du erhältst die Chance deine Einschätzungen, die du über dein Gegenüber triffst, zu teilen (‚Ich stelle mir vor, du…‘.) Innerhalb kurzer Zeit entsteht so bedeutsamer Austausch, gegenseitiges Vertrauen und eine intime Ebene der Kommunikation.

Was für Formate gibt es im Circling?

Neben Partnerübungen gibt es im Circling Triaden, kleinere Gruppen oder eine grosse Gruppe mit allen. Inhaltlich bleibt das Grundgerüst gleich: Die Teilnehmenden sind eingeladen, von Moment zu Moment ihr eigenes Erleben bewusst wahrzunehmen und anderen durch Benennen zugänglich zu machen. Dabei gibt es auch Circling ohne Worte, bei dem mit dem Körper und der Körperposition im Raum kommuniziert wird.

Eine weitere besondere Form im Circling ist das sogenannte Birthday-Circling. Dabei bekommt eine Person auf ihren Wunsch für eine bestimmte Zeit (meistens ca. 20 Minuten) die Aufmerksamkeit der anderen und dadurch Gelegenheit mit erhöhtem Fokus zu erforschen, was gerade lebendig ist. Ziel davon ist nicht, etwas zu verbessern oder zu heilen. Stattdessen sind alle eingeladen, ihre natürliche Reaktion auf die Person oder ihre Aussagen wiederum zu veröffentlichen und so authentisches Feedback zu geben.

Wer leitet Circling?

Circling wird durch (oftmals mehrere) erfahrene Circling-Facilitators angeleitet; Menschen, die sich dieser Praxis verpflichtet haben, sie in ihrem Alltag mehr und mehr leben und ein sechsmonatiges ‚SAS Leadership and Embodiment’ Training zum Circling-Facilitator bei Circling Europe absolviert haben.

Woher kommt Circling?

In der Schweiz wird Circling seit 2014 angeleitet, nachdem Heinz Robert erstmals die Gründer von Circling Europe (Sean Wilkinson und John Thompson) in die Schweiz eingeladen hat, um einen Circling-Event anzuleiten. Sean und John wiederum haben die Methode in den USA beim Gründer von Circling, Guy Sengstock am Circling Institute gelernt. Mehr zur Herkunft des Circling findest du hier.

Was ist Circling nicht?

Circling ist explizit keine Therapie, auch wenn es oftmals heilsame und lebensverändernde Wirkung hat. Der Wille Selbstverantwortung zu übernehmen sollte für eine Teilnahme vorhanden sein. Dieser entwickelt sich durch das Circling auch immer weiter und du wächst in ein Vertrauen hinein auf allen Ebenen für dich selber sorgen zu können.