Circling als integrale Praxis

Circling kann als Praxis dabei unterstützen mehr von dem zu erkennen, was in und um uns herum passiert. Wir können persönliche Entwicklung fördern, und die Art und Weise wie wir uns in der Welt zeigen.

Circling entstammt aus einem Umfeld von Menschen, die sich bereits in den späten 90er Jahre der Integralen Theorie und Praxis nach Ken Wilber gewidmet haben. Auch Barblin Focke und ich haben Circling erstmals an einer integralen Konferenz in Denver kennengelernt, wonach wir dann 2013 begonnen haben zuerst Authentic Relating Abende anzubieten, und später Sean Wilkinson und John Thompson von Circling Europe für erste Intensiv-Wochenenden einzuladen.

Was ist die Integrale Praxis?

Die Integralen Praxis kann man in vier Bereiche, oder Domänen unterteilen, die bei der individuellen Entwicklung unterstützen können. Hier eine kleine Tabelle als Übersicht für diese 4 Aspekte:

DomäneIntentionErgebnisPraxis
Wake upGewahrsein erweiternPräsent sein für das Umfeld und inner Zustände. Fokussiert auf Fragestellungen. Konzentriert auf die Erfahrung. Bring Achtsamkeit in alle Aktivitäten. Hinterfrage Wahrnehmung und Vorstellungen.
Grow upAgenz und Verantwortung ausdehnenVerantwortung für die eigenen Handlungen und Auswirkungen übernehmen. Willens sein, dafür verantwortlich gemacht zu werden.Frage nach Feedback um Lücken und Limitierungen zu offenbaren.
Clean upDas Schatten-Selbst erforschenBearbeite inkomplette Punkte. Fülle die Lücken. Drücke ungeklärte Bedürfnisse aus.Gestehe dir Projektionen zu, und lass Vorwände und Verteidigung los.
Show upPerformance verbessernHandle oder unterstütze tatkräftig jede Situation.Mach Zugeständnisse, stelle dich Verbindlichkeiten, und suche Unterstützung (delegieren).

Man kann diese Aspekte der Praxis auch auf die 4 Quadranten aufteilen, wie sie häufig in der Integralen Theorie verwendet werden. Hierbei sind jeweils Waking Up (Aufwachen) und Cleaning Up (Aufräumen) eher Aspekte, die ich für mich selbst machen kann (individuell), und Growing Up (Aufwachsen/Erwachsen werden) und Showing Up (Auftauchen/sich zeigen) die zwei, wofür ich auch andere Menschen, oder äussere Strukturen (Kollektiv) benötige. Wobei wiederum Waking Up und Growing Up eher Innere Arbeit bedarf, die nicht sofort für Aussenstehende sichtbar wird. Cleaning Up und Showing Up, werden allerdings schnell nach Aussen hin sichtbar, da sich meist das Verhalten ändert.

Wie kann nun Circling hierbei ein Teil dieser Praxis sein?

Circling als eine integrale, konfessionslose spirituelle Methodik des “Waking Up“ – die Meditation in Beziehung zu anderen setzen, das authentisch Geschehene zwischen uns darzustellen, zu beobachten, wie unser menschliches Selbst all die schönen Fehler die wir machen, zu bemerken, was in unserem Bewusstsein geschieht, uns inspirieren zu lassen und uns der Wahrheit hinzugeben, die unsere individuellen Vorstellungen von allem übertrifft.

Circling als eine entwicklungsbezogene ”Growing up” Praxis: Subjekt zum Objekt machen durch das Zusammensein mit anderen, unsere eigenen Gewohnheiten und blinden Flecken im Moment sehen, Polaritäten halten, um komplexere Hyperobjekte zu enthüllen, kreative Spannungen zulassen, die uns auflösen, anstatt sie lösen zu müssen, hinter die Annahmen und Vorstellungen schauen, darüber was Realität ist und wie wir uns daran beteiligen.

Circling als eine Schattenpraxis des “Cleaning up” durch psychologische Untersuchung: jede Wahrnehmung als Projektion (oder Introjektion) auffangen, mit Übertragung und Gegenübertragung arbeiten, unser verdrängtes niederes Entwicklungs-Selbst auffangen, das sich hinausschleicht, um unwissentlich Bedürfnisse zu befriedigen – Macht, Sex, Zugehörigkeit, Grenzen, Wut und Ekstase, innere Widersprüche und falsche Meinungen sehen, sich auf der Stelle und im Moment aktualisieren, tiefere Vergebung und neue Wege finden, um in alten Vereinbarungen, Mustern und Lebensskripten zu interagieren.

Circling ist am bekanntesten als eine intersubjektive Praxis, die uns hilft, sich im kollektiven Inneren voller zu zeigen (“Showing up”): Intersubjekte zu Interobjekten zu machen – Wie sind wir? Wie ist unsere Stimmung? Was ist das Implizite, das wir explizit machen können? Welche kollektive Intelligenz leitet uns? Wie können wir uns vollständiger hingeben? Welche kollektiven Schatten ignorieren wir? (Sowie system-, prozess- und veränderungsorientierte Untersuchungen).

Wenn du Lust hast Circling im integralen Kontext zu erleben, dann gibt es im Mai 2020 die Gelegenheit dazu an der Integral European Conference (IEC), von deren Webseite ich mir auch Teile des obigen Texts ausgeliehen habe.

Auch beim Advanced Circling Training (ACT) in Österreich mit Heinrich Mayr und mir, wird die integrale Theorie nicht zu kurz kommen.

Wer anstatt dieser Theorie lieber Circling direkt erleben möchte kommt einfach zu einer unserer Veranstaltungen in der Schweiz, oder anderswo in Europa.

Heinz Robert ist Mitgründer und Koordinator von Circling Schweiz. Er leitet Circling seit 2014 in der Schweiz und mittlerweile in ganz Europa. Sein Training absolvierte er bei Circling Europe, und begleitete davor schon 4 Jahre lang Gruppen und Workshops für Transparente Kommunikation. Er ist bekannt für seine ruhige und entspannte Art einen Raum des gegenseitigen Vertrauens zu halten.

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