Wofür Circling?

Im Circling gibt es grundsätzlich kein Ziel, das es zu erreichen gilt. Durch die unmittelbare Beobachtung des Augenblicks, die präsente Aufmerksamkeit und dem achtsamen Zuhören können allerdings einige Fähigkeiten gelernt oder geschärft werden, die für viele Bereiche des Lebens hilfreich sind.

Sei es im privaten Bereich oder beruflichen Umfeld, mit Circling kannst du neue Möglichkeiten entdecken deine Wahrnehmung auszuweiten, dich selbst im täglichen Wirken und in Beziehung neu zu erleben, in der Interaktion mit anderen Menschen mehr Optionen zu erkennen und bei Bedarf von gewohnten Erfahrungen abzuweichen.

Hier nur ein paar Möglichkeiten wie sich eine regelmässige Praxis des Circling auf dein Leben auswirken kann.

In privaten Beziehungen

In der wertschätzenden Begegnung, in der Vorwürfe und Anschuldigungen über Lebenspartner oder Freunde als eigene Projektionen, Vorstellungen und subjektive Erfahrung einer Situation zum Ausdruck gebracht werden, kann so das Vertrauen und die emotionale Nähe ständig gepflegt werden und sogar wachsen.

Wenn erstmal niemand “schuld” hat an einer unangenehmen empfundenen Situation, sondern die eigene Wahrnehmung davon mitgeteilt wird, dann gibt es mehr Raum und Offenheit für Dialog, und dem Erkennen von Auswegen aus einer angespannten Beziehung. Angespannte Beziehungen können zu spannenden und freudvollen Beziehungen werden, wenn besonders die Prinzipien des Commitment zur Verbindung und des Owning der eigenen Erfahrung eingehalten werden.

Im beruflichen Umfeld

Genauso wie in den privaten Beziehungen kommt es im Berufsleben immer wieder zu Spannungen, die oft unausweichlich sind, wenn verschiedene Ideen oder sogar Kulturen aufeinandertreffen. Circling kann dabei unterstützen die Akzeptanz für Andersartigkeit zu erhöhen und so zu mehr Vielfalt und Integration (Diversity and Inclusion) am Arbeitsplatz führen.

Emotionale Intelligenz ist ein Thema in vielen Unternehmen seit einigen Jahren, und Circling ist definitiv eine Praxis mit der der EQ erweitert werden kann. Aktives Zuhören, Aufmerksamkeit für das Gesagte und auch die emotionalen Schwingungen zwischen den Worten und das Verhalten der Gesprächspartner kann zu mehr Empathie führen. Ebenso das Erleben der eigenen emotionalen und somatischen Empfindungen und die Fähigkeit anderer Sichtweisen und Gefühle nachvollziehen zu können.

In der Circling Praxis wird durch die meditative Kommunikation und der Achtsamkeit das Frontalhirn aktiviert, welches Dinge, Prozesse, Vorgänge beobachten und einordnen kann. Gleichzeitig wird durch das somatische Erleben von Körperempfindungen, diese über den Thalamus als Teil des Stammhirns wieder an das Hirn zurück übertragen. Dadurch ergibt sich eine ganz natürliche Verbindung der animalischen Reflexe mit der kognitiven Verortung dieser, und so eine Aktivierung wichtiger Hirnbereiche.

Da Circling eine achtsame und meditative Praxis ist, kann dadurch einerseits die Aufmerksamsspanne erweitert werden, um jemanden länger zuhören zu können, oder mehr Freude an der eigenen Arbeit zu erleben. Zudem ist Achtsamkeitstraining, oder Mindfulness, für den effektiveren Umgang mit widrigen Umständen (Resilienz) hilfreich.

Weiters unterstützt Circling die Selbstwirksamkeit, die Überzeugung und das Vertrauen Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Mitunter wie oben erwähnt durch die Achtsamkeitpraxis, neue Interpretation von Emotionen und Empfindungen, sowie dem direkten Feedback von Anderen, womit ein erneuertes, oft positiveres Selbstbild und breiterer Wirkungsgrad erzielt werden kann.

Egal ob Führungskraft oder Angestellte, all diese Fähigkeiten werden oftmals in Studien und Artikeln als wichtig für die zukünftige Arbeitswelt genannt.